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Recht / Zivilrecht 
Dienstag, 10.07.2018

Reisende können bei "Downgrade" in niedrigere Buchungsklasse im Flugzeug Vertrag kündigen und Schadensersatz verlangen

Das Landgericht Landshut entschied, dass Reisende bei einem “Downgrade” in eine niedrigere Buchungsklasse im Flugzeug den Vertrag kündigen und Schadensersatz verlangen können (Az. 41 O 2511/16).

Im vorliegenden Fall wollte eine Familie in die Dominikanische Republik reisen. Sie hatten Flüge in der Premium Economy Class für 3.380 Euro und ein Hotel zum Preis von 7.622 Euro gebucht. Die Airline teilte der Familie jedoch am Abreisetag mit, dass sie eine Umbuchung vornehmen mussten, wodurch keine Plätze mehr in der von der Familie gebuchten Flugklasse verfügbar waren. Daraufhin stornierte die Familie die Reise und verlangte Schadensersatz. Die Airline verweigerte zunächst die Zahlung.

Das Gericht gab jedoch den Kunden Recht. Die Familie habe Anspruch auf Schadensersatz für die bezahlten Flüge, das Hotel sowie die Taxikosten zum Flughafen. Sie müsse das “Downgrade” nicht hinnehmen. Die vertraglich zugesicherte Beförderung sei von der Airline nicht erbracht worden. Allerdings müsse die Airline keine weitere Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung zahlen, da sie die Beförderung nicht gänzlich verweigert habe, sondern nur eine niedrigere Flugklasse anbieten konnte.

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