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Steuern / Einkommensteuer 
Mittwoch, 08.08.2018

Schuldzinsenabzug für ein Darlehen wegen Einkommensteuernachzahlung als Werbungskosten

Der Bundesfinanzhof entschied, dass Schuldzinsen für ein Darlehen, welches zur Finanzierung einer Einkommensteuernachzahlung aufgenommen worden ist, als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen abzugsfähig sein können – auch wenn die Einkommensteuer vom Finanzamt später wieder herabgesetzt und hierfür steuerpflichtige Erstattungszinsen gezahlt werden. Nach Auffassung der Richter liegt insoweit ein Fall erzwungener Kapitalüberlassung vor, bei dem es zur Begründung des wirtschaftlichen Zusammenhangs zwischen Kreditaufnahme und späteren Zinseinnahmen ausreicht, wenn das Darlehen zu dem Zweck aufgenommen und verwendet worden ist, eine Forderung zu erfüllen (Az. VIII R 53/14).

Im vorliegenden Fall war streitig, ob Schuldzinsen für ein Darlehen, das im Zusammenhang mit der Finanzierung einer Einkommensteuernachzahlung aufgenommen worden ist, in den Streitjahren (2002 bis 2004) als Werbungskosten bei den Einkünften aus Kapitalvermögen zu berücksichtigen sind, da das Finanzamt die Einkommensteuer später wieder herabgesetzt und dem Kläger steuerpflichtige Erstattungszinsen gezahlt hat.

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